Thanksgiving

"Seid dankbar in allen Dingen." die Bibel

Thanksgiving ist ein großes Fest in den USA, es wird noch größer gefeiert als Weihnachten. Grund ist vermutlich, weil es keinen religiösen Ursprung hat- wurde mir so von meinen Nachbarn gesagt. Es wird immer an letzten Donnerstag im November gefeiert und alles hat geschlossen und frei. An dem Tag waren dieses Jahr, ungefähr 55 Millionen Amerikaner auf dem Weg zu ihren Familien, quer durch das Land, auf der Straße oder in der Luft.

Für uns ist das Fest sehr neu. Wir kennen zwar das Erntedankfest aus Deutschland, das kommt allerdings recht formlos daher und ist dem einzelnen überlassen wie er es feiert und was gegessen wird. Das ist hier anders. Meine Kinder haben in der Schule gelernt das es Truthahn gibt und Kartoffelbrei. Ich habe in meinem Leben noch keinen Truthahn zubereitet und so kam mir das geliebte Internet zur Hilfe. Eine Woche lang sahen mein Mann und ich mir Videos an wie man so einen Vogel zubereitet.

Unser schöner Feiertag wurde allerdings von einem Stromausfall begleitet. Mittwochnachmittag ging bei uns der Strom aus, was hier erstmal nichts bedeuten muss, in der Regel ist der nach ein paar Minuten wieder da. Nach einigen Stunden machten wir uns Sorgen und riefen unseren Stromanbieter an, der meinte es könnte auch etwas länger dauern. Um 22 Uhr kam dann die Nachricht: der Strom bleibt aus- bis Donnerstagnacht sollten wir mit keinem Strom rechnen. Die Nachricht traf uns tief. In unserm Haus geht die Heizung, das Wasser, das Licht alles über Strom. Wir machten ein Lager vor unserm Gasofen und zündeten die Kerzen an, die wir da hatten. Für die Kinder war das ein Abenteuer, ich konnte mich nicht so ganz darauf einlassen und regte mich erstmal nur über das System auf. Bis ich die Nachrichten auf meinem Handy las. Der Stromausfall war eine Folge von einem Schneesturm gewesen, der von Nordwesten kam und ganze Städte und Strassen lahmlegte. Tausende saßen auf Flughäfen fest oder steckten im Stau. Nachdem ich die Nachrichten verarbeitet hatte änderte sich meine Perspektive und ich war froh und dankbar das ich mit meinen lieben ein Matratzenlager bauen konnte und darüber diskutieren durfte welches Buch vorgelesen wird.

Am nächsten Morgen war unser Haus komplett heruntergekühlt und wir brauchten mehrere lagen Kleider bis es uns einigermaßen warm wurde. Nachdem ich mir sicher war den Truthahn auf alternativen Wegen zu verarbeiten damit wir trotzdem ein schönes Festessen haben können, ging in dem Moment der Lärm los. Die Mikrowelle fing an zu klingeln, der Trockner piepte, der Kühlschrank brummelte und die Lichter im Haus gingen an alles begleitet von einem Freudengeschrei von uns allen. Hätte mir das einer mal gesagt das ich den Strom so vermissen würde.

Das Fest wurde vorbereitet und jeder tat seinen Teil. Es wurde ein schöner Abend. Während dem Essen fragte ich in die Runde, wofür den der einzelne Dankbar wäre. Die Antwort war bei allen die selbe: der Strom zuerst, okay und dem Truthahn und die USA.

Während der ganzen Woche hatten wir Besuch gehabt von meiner lieben Freundin. Die kam den ganzen Weg aus Südamerika eingeflogen und wir verbrachten schöne Tage zusammen.

Der Umzug war sehr viel. Ein neues Land kann sehr anstrengen, da hat es sehr gut getan mit jemanden zusammen zu sein der einen schon so lange kennt und es gut mit einem meint. Wir haben zusammen gelacht, geweint, getrunken, getanzt und geshoppt. Es war schön.





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