Advent und Weihnachten in Übersee




Die Weihnachtszeit wird hier in den USA auch als die schönste Jahreszeit bezeichnet und dementsprechend wird es hier auch umgesetzt. Alles riecht und klingelt. Was wunderschön ist für den der Weihnachten mag, für jeden anderen muss es ein Albtraum sein.

Eine Familienaktivität die hier in der Weihnachtszeit gern gemacht wird ist ein sogenannter "christmas light road trip". Los gehts wenn es dunkel ist, so gegen 18 Uhr. Alle gehen, im Schlafanzug- danach geht es nämlich ins Bett- und einem Becher heißer Schokolade und Kekse in der Hand, ins Auto. Die Fahrt geht dann in Nachbarschaften die sich besonders Mühe geben mit der Dekoration oder in Städte die sich nur für den Dezember in Schale geschmissen haben und alles zum Leuchten bringen.

In unserem Haus, habe ich es mit unseren vertrauten Weihnachtskrippen und selbst gemachten Baumschmuck etwas schlichter aber gemütlich dekoriert.

Die großen beiden haben von mir jeder einen Adventskalender bekommen. Ich habe für beide je eine Box Lego gekauft und für die 24 Tage aufgeteilt, das hat sie beide sehr glücklich gemacht und ich hatte noch nie so glückliche Kinder um sieben Uhr morgens.

Weihnachten im neuen Land ist erstmal sehr anders, weil wir die bisherigen Traditionen die wir in der Familie haben, wir nur sehr bedingt umsetzen konnten.

Eine sehr schöne Tradition in Deutschland war, das wir unseren Baumschmuck jedes Jahr selber machten. Diese Tradition habe ich in immer mit der Schwester meines Mannes umgesetzt. Ich kenne keinen Menschen der so kreativ und genau arbeiten kann wie sie. Es war immer eine Freude sich mit ihr zum Basteln zu treffen. So kam es das wir nach acht Jahren eine schöne Sammlung an Filzkugeln, Filzsternen und Papierkugeln hatten. Ich muss dazu sagen das nicht jede Bastelei die Adventszeit überlebt hat, in der Regel wurden sie dann zum Opfer von kleinen Kinderhänden. Das ich dieses Jahr nichts neues gestalten konnte ging mir sehr nah und ich musste mich erst daran gewöhnen. Dafür kamen die Kinder jede Woche mit selbst gemachten Baumschmuck von der Schule, Ornaments werden sie hier genannt.

Weihnachtsfeiern gibt es hier auch. Das wird Christmas Festival genannt und kommt mit Pferdewagenfahren, Streichelzoo und Hüpfburg daher. Gegessen wird Popcorn, Pizza und Sugarcookies, den Kaffee gibt es mit Pfefferminzgeschmack.

Für die Weihnachtsfeiern habe ich einen Essenplan gemacht und jedes Kind durfte sich was wünschen. Auf die Frage: "Fehlt noch was für die Weihnachtsfeier?" Kam von meiner großen Tochter: "Ja, ein Geburstagskuchen." Ich war für einen Moment verwirrt und fragte: "Wieso einen Geburtstagskuchen?" In dem Moment kam ihr kleiner Bruder rein und beide redeten los:

"Mama. Jesus hat doch morgen Geburtstag, deshalb brauchen wir einen Kuchen. Jeder bekommt doch einen Kuchen zum Geburtstag."

Die Kinder durften backen. Es wurde ein Bananenbrot, aber es schmeckt süß, von daher zählt es als Kuchen.

Da mein Mann und ich beide aus Großfamilien kommen, kennen wir Weihnachten in kleinen Kreisen kaum, was für uns auch etwas sehr neues war. Wir wurden aber positiv überrascht. Wir sind am Heilig Abend in unsere Kirche zum 16.30 Gottesdienst gegangen und waren überwältigt wie voll die Kirche war. Immerhin hat die Kirche noch zwei weitere Gottesdienste angeboten. Die Aussage "ich geh an Weihnachten in den Gottesdienst" hat hier nochmal eine andere Bedeutung. Hier scheinen wirklich alle zu gehen, mit der ganzen Familie. Manche Kirchen haben sogar fünf Gottesdienste angeboten und alle waren brechend voll. Noch eine neue Erfahrung trotzdem wir waren sehr froh wieder zuhause zu sein.

Wir hatten eine sehr schöne Feier zu fünft. Während ich in der Küche werkelte, las mein guter Mann den Kindern die Weihnachtsgeschichte vor. Nach dem Essen durften die großen auf der Treppe warten bis wir die Geschenke unter dem Baum verteilt hatten. Unsere kleine Dame, wollte nicht warten und bekam das Glöckchen mit dem die großen dann hergerufen wurden. Sie kamen angerannt. Die Freude war groß.

Sehr zur Freude unserer Kinder, feierten wir auch den amerikanischen Weihnachtsfeiertag, der wird am 25. Vormittags gefeiert, in der Regel alle im einheitlichen Schlafanzug. Den hat sich auch mein Mann gewünscht und jetzt haben wir alle fünf Schlafis in Schwarz/Rot.

Am Nachmittag hatten wir noch Kaffeekuchen Besuch und am zweiten Feiertag waren wir auf einer Weihnachtsfeier von Freunden.

Ich war den ganzen Dezember unglaublich erschöpft. Ich denke es kommt von dem vielen neuen. Wir haben vor die Zeit zwischen den Jahren für uns als Familie zu nutzen und uns zu erholen.

In der Adventszeit hat mich dieses Buch hier begleitet, das ich nur empfehlen kann. Gute Autoren, tiefe Texte, andere Perspektiven. Ich kenne es allerdings nur auf Englisch.

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